Sonntag, 13. September 2009

On The Road

Hallo ihr Lieben!
Und schon wieder meld ich mich mit einem neuen Exklusivblog aus den States, nachdem ich ja jetzt fast 2 Wochen nichts mehr von mir gegeben hab.
Ich war beschäftigt. Ich hab tausende von Tests in allen möglichen Fächern und Schule macht Stress und dann bin ich auch noch die ganze Zeit sportlich, momentan 6x pro Woche mindestens eine Stunde pro Tag - die Oreo-Cookies sind einfach zu gut ;)

Soviel Besonders gibts nicht, außer dass wir in der Schule einen Foto-Workshop mit einem Profifotograf hatten, der auch schon die Dallas Cowboys (Football-Team) fotografiert hat. Aber mittlerweile hat mich ja doch das Alltagsleben, deshalb fang ich jetzt mal beim 11. September an, weil der ja doch ein Tag ist, der gepaart mit Amerika eigentlich ziemlich viele Assoziationen hervorruft. Aber ...
Denkste!
11. September - ich bin von Riesengedenkminute über kollektive Beerdigungsstimmung inklusive schwarze Klamotten bis hin zur Vollversammlung aller Schüler mit Reden etc. ausgegangen, aber 5 meiner 6 Lehrer haben den 11. September nicht mal erwähnt. Einzig und allein mein US-History-Lehrer hat uns erklärt, was passiert ist - und einige der Amerikaner haben nicht mal gewusst, dass unter anderem AUCH ein Flugzeug ins Pentagon in Washington D.C. gestürzt ist und nicht nur in die Twin Towers in New York. Nach 5 Minuten war's das aber auch. Es gab, soweit ich gesehen hab, auch keine wirkliche Extrasendung wie den Brennpunkt zum Beispiel in Deutschland.
Naja, Amerika ist immer für ne Überraschung gut.

Gestern, Sonntag, 13. September haben mein Community Representative Leslie, ihre Austauschschüler Anna-Lisa (Deutschland) und Thomas (Norwegen) und ich natürlich eine Art Roadtrip nach Woodlake, Colorado gemacht, was von Farmington ca. 4 Stunden entfernt ist (Merke: EINFACH!). Kein Landshuter würde einfach mal für einen Nachmittag nach Frankfurt am Main und zurück fahren. Aber in Amerika werden Entfernungen halt anders berechnet.

Schon die Hinfahrt war lustig. Um Thomas ein Stück norwegische Heimat zu verpassen, sind wir an einer Art Elchfarm vorbeigefahren.



Mit diesem sympathischen Zeitgenossen haben wir dann Bekanntschaft gemacht. Besonders Thomas hat sich beliebt gemacht, indem er im Souvenirshop der Elchfarm eine Art Elchspeck gekauft hat. Ehrlich gesagt hat das Zeug ausgeschaut wie Hundefutter. Aber wer's mag. Wir sind dann weiter gefahren und nachdem wir vier Unmengen Brownies, Popcorn, Chips, Oreos etc. vernichtet haben (yeah, I plead guilty^^), sind wir dann irgendwann im Desperate Valley angekommen, was sozusagen am AdW der United States ist und dazu auch über ewige Strecken keinen Handyempfang hat. Es hat mich gewundert, dass man sowas in der Technik-Nation USA noch findet.



Das geht so dahin über geschätzte 70 Miles und ganz ehrlich, Desperate triffts gut. Ich würd da auch den Blues kriegen. Ich glaub, Island hat nur deshalb die höchste Pro-Kopf-Selbstmordrate, da im Desperate Valley absolut niemand mehr lebt, weil die sich bereits alle umgebracht haben :P
Irgendwann nach 4 Stunden und einer sehr witzigen Rast (wir waren an einer Raststätte, wo man die Toiletten nicht zusperren konnte, und Anna-Lisa ist mitten in eine sehr wichtige Sitzung einer anderen Frau hereingeplatzt) sind wir dann in Woodlake, Colorado angekommen, wo wir dann erstmal noch mehr zum Essen bekommen haben und dann als Nachtisch eine Menge Regeln von der Organisation. Eigentlich sind viele davon lächerlich, aber Leslie hat schon so Einiges erlebt, von einem Koreaner, dessen SLEP-Test-Ergebnis von seiner koreanischen Organisation gefälscht war und der absolut gar keine Englischkenntnisse hatte, über einen Typen, der Familie wechseln will, weil er nicht in den Bergen platziert werden wollte, bis hin zum absoluten Hammer von einer Koreanerin, die sich in der Mall prostituiert hat, weil ihr ihr Taschengeld nicht gereicht hat. Unglaublich, oder?
Nach 2 Stunden Power-Zuhören waren wir dann endlich fertig und sind zum Fun-Teil des Nachmittags gekommen. Die meisten sind Fischen gegangen und weil ich ja sowas nicht unterstütze (erstens: langweilig, zweitens: VEGETARIER!) hab ich mich dann mit den Mädels aus Taiwan und Thailand unterhalten. Für Asiatinnen waren die erstaunlich groß, um 1.70m rum - und sie waren superlieb, wenn auch die Kultur sehr unterschiedlich ist.
Ich hab natürlich mit meinem Wissen über Sushi (sehr beliebt in Taiwan) und über Matsamam-Curry, sowie Tom-Yam-Suppe (Thailand!!!) geglänzt.
Danach haben wir noch ein Foto gemacht.
Ich seh nur deshalb so fett aus, weil die Asiatinnen beide geschätzte 35kg wiegen, besonders Tsai-Yi (die Linke).



Das sind also von links Tsai-Yi (Taiwan), ich & Dao (Thailand) in Colorado. Außerdem waren mit Natasja und Niclas noch zwei Deutsche bei der Orientation, mit denen hatte ich aber nicht so viel zu tun. Natasja ist auch mit GLS da und sie und Niclas gehen auf eine High School mit nur 70 Schülern. Krasse Umstellung, wenn man davor in Berlin (Natasja) oder Hannover (Niclas) gelebt hat.

Übrigens haben Dao und Tsai-Yi Anna-Lisa und mir noch einen kleinen Thai bzw. Chinesisch-Crashkurs verpasst. Das Ergebnis kann man auf folgendem Foto sehen:



Nummer 1 unter meinem Namen ist ein chinesisches Lina und Nummer 2 unter meinem Namen (also das unterste Geschriebene) ist mein Name in Thai. Dafür hab ich dann die beiden asiatischen Namen auf Griechisch aufgeschrieben, kam wie immer natürlich gut an.

So, ich packs jetzt ins Bett, bin erst kurz vor Mitternacht wieder in New Mexico angekommen und mittlerweile ist Montag, 14. September, 01:15, und in der Früh heißts Aufstehen um 6:30 für Schule, aber ich hoff jetzt einfach mal, dass mir der Starbucks-Gott morgen einen vierfachen Espresso vor die Füße wirft, wenn ich zur Schule geh.

Ich wünsch euch allen morgen auch einen tollen Schulstart, egal ob Lehrer oder Schüler, speziell euch, ehemalige 10a, gute Kursleiter + einfach ein Hammerjahr ohne mich und wir machen dann da weiter, wo wir aufgehört haben!

In diesem Sinne, Laokon (Tschüss auf Thai) und bis bald!

Lina

Freitag, 4. September 2009

1 Monat American Life

Soooo ... jetzt ist er also rum, der erste Monat Amerika. Am 04.08.09 bin ich hierher gestartet. Und ich starte ich zur Feier des Anlasses in ein verlängertes Wochenende, weil am Montag Labour Day ist.

Ich werd euch jetzt ein bisschen was von meiner Woche erzählen:
Kurz nachdem ich den letzten Blog abgeschickt hab, bin ich mit Garrett joggen gegangen. Und weil ich anscheinend die einzige Frau bin, die nicht multi-tasking-fähig ist, hat das Missgeschick so seinen Lauf genommen.
Ich renn am Bürgersteig, Garrett fährt an der Seite der Straße neben mir her, von hinten kommt ein Auto, ich dreh mich um, um zu schauen, dass das Auto weit genug weg von Garrett fährt, bemerke nicht, was rechts von mir ist und renne volle Kanne in einen Kaktus.
Resultat: 16 Stacheln im Arm + 6 Stacheln in der Hand, ich hab versucht, mich mit der abzufangen.
Hat sauweh getan, ich hab meinen iPod Garrett in die Hand gedrückt und ihm gesagt, er soll schnell zum Haus vor fahren, um Emily schon mal vorzuwarnen und ihr zu sagen, dass sie bitte Pflaster und Pinzette vorbereiten soll. Garrett rast davon und zwar so schnell, dass er den Lenker falsch herum reißt und auf den Asphalt fliegt.
Resultat: Blutiges Knie!
Emily hat sich dann um uns beide gekümmert, die beiden Hunde waren im Garten und Jack, die Intelligenzbestie von Hund versucht, ein Stinktier zu attackieren, was damit endet, dass das Stinktier ihn attackiert und von oben bis unten mit Eau de Stinktier oder was weiß ich einsprüht.
Resultat: "Wohlgeruch" im ganzen Haus!
Nachdem wir Jack dann unter die Dusche gezwungen haben und sämtliche Wunden verarztet haben, haben wir uns noch einen gemütlichen Fernsehabend gemacht.

Am nächsten Tag ist Garrett dann vor unser Haus gefahren und zum Kaktus, um zu schauen, ob noch Hautfetzen und Blut auf der Straße sicher zu stellen, was ihm aber nicht geglückt ist.
Dafür hab ich noch ein Foto vom Kaktus gemacht, der mich fast gekillt hätte (oder ich ihn: Ich bin so hart aufgeprallt, dass 2 Kaktusarme abgerissen worden sind - sie liegen bis heute auf der Straße.)



Sonst, hm, Schule - viele Tests. Mit meinen Noten bin ich soweit zufrieden. Nur in US History hab ich bisher gefailt (Test, weil ich krank war, nicht abgegeben), aber der Lehrer korrigiert noch einige Noten. Ich habe mal einen Screenshot von meinen Noten gemacht, drauf klicken, dann wirds größer.

Nur mal zur Notenskala:

100 - 90%: A (1)
89 - 80%: B (2-3)
79-70%: C (3-4)
69-60%: D (4-5)
59-o%: F (5-6)



Wir können unsere Noten also jederzeit im Internet nachschauen und auch, wo wir welche Noten bekommen haben. Ist sehr interessant.

Heute war ich das erste Mal beim Assembly, das ist eine Sache für sich. Die Starsängerin der Schule singt die Nationalhymne, ALLE schauen zur Flagge, danach kommt nur der School-Spirit-Schlachtruf: "FHS, green and white; FHS, green and white..." und die Cheerleader und die Marching Band tritt auf, also wirklich eine Welt für sich. Ansonsten werden da noch die Teams geehrt und alles Mögliche und man wird zu den Football-Games eingeladen etc.

Mit meinem Sport komm ich voran. War 2x joggen, einmal mit Kaktuszwischenfall und einmal ohne, und 4x eine Stunde Pilates diese Woche. Das Fitnessstudio werd ich mir demnächst auch mal anschauen.

Macht's gut, Lina

Dienstag, 1. September 2009

Bitte Augen aufmachen beim Aufwachen nicht vergessen!

Manchmal liebe ich die Naivität der Amis einfach.
Gestern die 2 geilsten Fragen ever, erst hab ich gedacht, ich werd verarscht, aber das alles war ernst gemeint:

Jake: "So, where is Germany?"
Ich: (zeigs ihm auf der Karte)
Jake: (surprised) "Oh it's pretty far away."
Ich: "Yes, it is."
Jake: "So, and where in Europe is New England?"
Ich: "New England is in the United States, the North East States."
Jake: "Oh I thought it's in Europe because you told me it's in the North East."

und noch besser war eindeutig:

Jake (sitzt mir gegenüber, ich hab übrigens braune Augen und meine Haare sind - sichtlich - blond gefärbt): "Do all Germans have blonde hair and blue eyes?"

Und was in Deutschland selbstverständlich ist, wird hier noch mal extra angemerkt (sorry für die schlechte Bildqualität, es war mein Handy, die Kamera hab ich in der Schule nicht dabei). Dieses dekorative Schild hängt in jedem Mädchenklo in jeder Kabine. Am Eingang vom Mädchenklo findet sich übrigens noch der Hinweis, dass man doch bitte kein Essen ins Klo werfen soll.



Bin übrigens relativ beschäftigt. Ich muss meinen Cross Country Artikel bis Freitag fertig haben für die Schülerzeitung, und Kylie, Schülersprecherin für unseren Jahrgang, hat mich gefragt, ob ich Senior Float mitorganisieren will, das scheint sowas wie der Abistreich zu sein. Also kann ich schon mal üben und komm dann mit ner ganzen Menge Ideen für unseren Abistreich wieder nach Deutschland zurück. Heute mussten wir Cap und Gown bestellen, mit 34$ kommen wir ganz billig davon, darüber bin ich echt mal sowas von froh ;)

See you!

Freitag, 28. August 2009

War Hitlers Droge wirklich Dr. Pepper, weil wir in Deutschland keinen Alkohol haben?

Zugegeben, diese Überschrift ergibt nicht wirklich Sinn, aber ist ein Resumée all der witzigen Fragen, die ich in letzter Zeit so beantworten durfte.
Damit ihr mal nicht nur trockene Lektüre habt, werd ich in diesen Blog ordentlich Fun-Stuff reinposten. (zum Beispiel ein Bild von den Schulbüchern, thank god, you're European! Die Bücher hier kann man auch als Mordwerkzeuge benutzen, u.a. wiegen die geschätzte 50kg und haben nachgesehene 650 Seiten oder das Gespräch Mrs Calder - Quincy (English-Klassenclown):
Wir haben neue Bücher in English gekriegt.
Mrs Calder: "So, those books are similar to the ones you had last year. Can anybody tell me in which way they're similar?"
Quincy: "It smells the same, it's also boring and its weight is 100 pounds."



(Das aparte Bookcover vom US-History-Book kann man hier kaufen, es war das einzige, das sie hatten: Die Amis reagieren total allergisch, falls du ein Plastikcover mit Tesa festklebst.)

Nur kurz zur momentanen Wetterlage: Emily und Heath sind in Texas, hab mit den beiden Mädels und Garrett sturmfrei - wir nutzens aber nicht aus (außer vielleicht langes Aufbleiben), es ist halb 1 jetzt westamerikanischer Zeit, und ans Bettgehen denk ich grad noch nicht. Ich war heute auf Johannas 16. Geburtstag, ihre Hostfamily hat eine Party für sie gemacht. War ziemlich nett, wir haben für Johanna einen 20$-TJMaxx-Gutschein besorgt. TJ Maxx ist ein spezielles Thema, über TJ Maxx muss ich mal einen eigenen Bericht schreiben:
Aber jetzt zu den Fragen:

Ganz toll fand ich unter anderem "Do you guys have alcohol in Germany?". Nein, haben wir natürlich nicht. In Deutschland gibts nicht umsonst ne Menge Brauereien und das Oktoberfest, aber eigentlich haben wir immer noch strikte Prohibition. :)
Ebenso lustig war "Do you have weed in Germany?". Ich denk mal, das gibts überall, und aufgrund Deutschlands Nähe zu Holland ganz besonders. Auf die Frage mit dem Alkohol und dem Gras kam dann noch "Why do you have alcohol and weed in Germany if you don't have Taco Bell?" Darauf wusste ich dann leider auch keine Antwort.
Weg von den Drogen und hin zur deutschen Geschichte. In US-History krieg ich immer ganz Tolle. Musiktechnisch ist in Deutschland anscheinend nur Nena und Tokio Hotel am Start, denn: "You don't know U2 and Michael Jackson, do you?". Nein, U2 und Michael Jackson kennt wirklich keiner. Wir leben ja hinterm Saturn und noch weiter. Süß fand ich auch heute US-History-Partnerarbeit: "When you think, is it easier to speak for you in English or German? Do you think in English or German?" - Also ich sprech definitiv besser Englisch, gerade wo ich Englisch schon seit meiner Geburt spreche, logisch, ne? Deutsche Geschichte steht hier auch hoch im Kurs, ich sag nur: "I heard Hitler was taking lots of drugs and that caused a mental disorder. Did he killed all of those Jews because he was addicted to drugs?" Ja, also, da durfte ich dann ordentlich nachhelfen und hab erzählt, dass Hitler die Juden nicht aufgrund seiner Drogensucht, sondern aufgrund völlig falscher Ideologien, die er aufgrund seiner Arbeitslosigkeit verinnertlicht hat, umgebracht hat. Gab dann erstmal ungläubige Blicke. Ich glaub, die hollywoodfilm-artige Hitler+Drogen-Version hat ihnen mehr zugesagt. "Do you know the beerfest?" war eine andere Frage heute. Gemeint war das Oktoberfest. Ich find den Ausdruck "beerfest" sehr passend :). Das "beerfest" steht jedenfalls hoch im Kurs hier.

Ja, soviel zu dem Thema. Ich hab ein paar verrückte Sachen fotografiert, die ich euch natürlich absolut nicht vorenthalten will.

Du denkst, deine Paprika-Onion-Chips sind was Besonderes? Dann warst du definitiv noch nicht bei - yeah, richtig geraten - Walmart. Die Amerikaner sind mit dem Chipserfinden sehr kreativ.



Besonders Chili-Límon finde ich sehr - tja - gewagt. Nur die polnischen Bierchips können da mithalten. Hab aber hier auch schon Tequila-Chips gesehen.

Die Koffeinjunkies unter euch würdet unter anderem Gefallen an der Cola-Abteilung in Walmart finden. Das Foto zeigt lediglich einen kleinen Teil, nämlich Coca-Cola. Es gibt auch noch Pepsi, Dr. Sams, Dr Pepper (asoziales Cola, schmeckt nach ner Mischung aus Chlorwasser gesüßt mit Cola und Kirsche, aber die Amis stehen drauf) und tausend anderen Labels.



Brand Names sind hier überhaupt hoch im Kurs. Mein ekelhafter Raspberry-Blistex war leer (Lippen dementsprechend kaputt von der Sonne, Labellos haben hier alle LSF 15) und so habe ich mir einen Lipsmacker zugelegt. Das ist ein Lippenpflegestift mit Markenprodukt-Flavor. Meiner schmeckt nach Sprite, ohne Mist. (:



Außerdem hab ich manchmal das Gefühl, in China oder Japan gelandet zu sein. Die Amis haben eine fette Vorliebe für Abkürzungen. Manchmal übertreiben sie's aber gehörig. Bestes Beispiel steht vor Walmart - und im Hintergrund ist die Auffahrt zum Navajo-Reservat zu sehen.



Ped Xing heißt nur soviel wie Pedestrians Crossing, heißt, Fußgängerüberweg. Aber wieso einfach, wenns auch komplett schwierig geht? Ersparnis von Dr. Kamashiwas Gehirnjogging? Kleiner Japanischkurs for free? Ratespielchen? Egal, ohne das Schild oben wär ich nie drauf gekommen, was mir Ped Xing sagen soll. Aber wie gesagt, vielleicht ist Papis größte Angst wahr geworden und ich bin wirklich in Nordkorea gelandet statt in den USA. Who knows?

So, Montag werde ich wahrscheinlich mal das Cross Country Team anschauen. Ich bin aufgeregt. Ich hab diese Woche zwar 3x 1 Stunde Pilates gemacht und war 2x 30 Minuten joggen, aber hier oben tut das echt weh. Die Höhe (Farmington ist auf 1,6km) bringt einen um. Aber ich glaub, dass Cross Country ne Menge Spaß machen könnte.
Mal schaun!

Mit Freundschaften, Bekanntschaften etc. wirds, ich red viel mit den Leuten, Mittwoch war ich beim Lunch mit Lynsie aus meiner Journalism-Class, Donnerstag mit Vannity und Alyssa aus meiner Fashion-Design-Class (Vannity ist 16 und hat ihr eigenes Auto, das ist total krank, Leute, die jünger oder gleichalt sind wie man selbst, Autofahren zu sehn und man selber darf das erst mit 18) und heute, Freitag, mit Monique aus US-History. Also Kontakte sind geknüpft. Mal gucken, was draus wird.

I'll keep you informed!

Lina

Mittwoch, 19. August 2009

Schule & Co.

Der EG-Gesundheitsminister warnt: Freunde kurzer + prägnanter Einträge sollten diesen Blogeintrag nicht lesen. Er könnte zu Überanstrengung der Gehirnzellen und zu grober Zeitverschwendung führen! Der Inhalt dieses Blogs sind x-Tausend Buchstaben + eine Menge Sachen zum Merken, aber das kommt drauf an, wie Sie ihren Blog lesen!

Doggystyle!

Nein, ich bin nicht unter die St.-Pauli-Nachrichten-Reporter gegangen, ich muss nur die bildzeitungs-würdige Schlagzeile bringen! Und den Beweis:

NEIN, MAMI + PAPI, ICH HABE KEINE ANGST VOR HUNDEN!



Darf ich vorstellen? Lily! Sie ist mein neues Schnuckelchen. Auch wenn Garrett eifersüchtig ist - auf mich, nicht auf Lily. :)
Die Hunde (mittlerweile auch Jack) mögen mich richtig gern. Heute bin ich von der Schule heim + Jack hat vor lauter Freude mein halbes Bein zerkratzt. Auch ein Ausdruck, seine Liebe auszudrücken. Lily begnügt sich glücklicherweise damit, meine Hand abzuschlecken.
Und beide Hunde lieben Spiegelei + Bagels (:

Aber jetzt zur Schule: Dem wichtigsten + leider bisher auch traurigstem Teil der ganzen Sache. Bevor ihr euch Sorgen macht, muss ich aber sagen, dass es mir trotzdem noch gut gefällt.

Hm, Montag hatte ich also meinen ersten Schultag. Um 7:30 hat mich Emily an der Schule rausgelassen, und ich hab meine Fächer getauscht, Aerobic in Fashion Design.
Neuer Schedule heißt also, ich hab US History bei Mr Jackson in der ersten Stunde und Fashion Design bei Mrs Rhodes in der dritten Stunde.
Erste Blamage kam dann schon 10 Minuten später. Ich bin überglücklich darüber, dass ich das Gebäude gefunden hab, gleich in Room 403 reingestürmt - und war dann geschockt, dass die anscheinend schon mitten im Unterricht waren. Alle Tische waren voll. Bin knallrot geworden, auf einen der wenigen freien Plätze zu, und tja - die amerikanischen Stühle sind halt ganz schön tricky! Die haben einen Metallstab auf der rechten Seite und tja, da hab ich mich dann volle Kanne draufgesetzt. Natürlich haben alle blöd geschaut. Erst zu spät kommen und dann auch noch volle Blamage! Komischerweise hat es dann nach knapp 5 Minuten geklingelt, ich hab mich gleich noch beschissener gefühlt, weil alle gegangen sind. Und ich war mir so sicher, dass die Stunde erst um 8 angeht und nicht um 8 aufhört. Bin dann mit allen rausgerannt, aber Mr Jackson hat mich zurückgehalten und gesagt, dass das eine spezielle Zero-Hour von 7.00 bis 7.55 war, und dass meine Stunde erst jetzt anfängt. Also Erleichterung gepaart mit voller Peinlichkeit. Danach ging der erste Schultag nach einigen Malen verlaufen rum und um 3:15 pm hat mich Emily dann von der Schule abgeholt.

Ja, traurig ist nur, dass sich die Wenigsten für Austauschschüler interessieren. Klar, manchmal kommen interessierte Blicke, aber sowas hält dann nur kurz an und ja, das wars dann. Über Smalltalk (wenn überhaupt) kommt man nicht drüber hinaus. Schade!
Normalerweise gehe ich immer mit Kim (Schweiz) und Johanna (Österreich) zum Lunch, einmal waren wir bei Schlotzkys (oder so: Sandwichrestaurant ähnlich Subway) mit Anniken (Norwegen) und drei amerikanischen Mädels. Die haben uns angeboten, öfter mit ihnen zm Lunch zu gehen, aber wir wollen halt auch nicht aufdringlich sein und uns an sie dranhängen.

So hab ich die Woche mehr schlecht als recht rumgebracht, nebenbei mein erstes Grade kassiert. B in Mathe (entspricht: 2-3) und mittlerweile mehr oder weniger gelernt, wie man sich im Labyrinth Farmington High School orientiert. Manchmal erscheint mir der Ausdruck Geisterbahn treffender, weil hier ne Menge Emos rumrennen, Gangster und Hopper sowieso und auch ne Menge Metaler (meistens Native American; hier Grüße an Lu + Till, ihr hättet hier ne Menge Gleichgesinnte). Überhaupt, was Native Americans betrifft, die sind hier stark vertreten. Grob geschätzt besteht meine Schule aus
- 40% Navajo (Native American/"Indianer")
- 40% Hispanic
- 18% White
- 2& Black

In meiner Fashion Design Class z.B. sind wir nur 4 Weiße + 1 Schwarze. Rest von den 26 Leuten ist entweder Native oder Hispanic. Die Native Americans rennen wie gesagt meist in Metal-Shirts oder übergroßen Baseball-Trikots rum, während die Hispanic-Girls den Girly-Chic quasi erfunden haben. Rosa Jacke zu weiß-rosa-glitzer-Airbrush-Shirt und Hüfthose, hellblau und ne Menge Piercings und Tattoos. Sogar die 14jährigen. Gröbstes Beispiel: Eine Hispanic sitzt neben mir, typischer Girlychic mit sechs Ohrlöchern, einem Nasenpiercing, einem Lippenpiercing + dazu kommt ein 505-Tattoo hinterm Ohr, ein Schriftzug auf dem Handgelenk und ein handgroßes Marihuana-Blatt auf dem Brustkorb. Sieht auch keiner (: - also Polizei: Hier schreit jemand bitte einmal verhaften!

Die Bücher hier sind übrigens wie so ziemlich alles oversized. Zusammen wiegen sie geschätzte 10kg. Zum Glück stellt die Schule KOSTENLOSE Schließfächer bereit, also an alle HCG-Lehrer (sehr geehrter Herr M.H. (: ) bitte einmal eine Scheibe davon abschneiden.

Was witzig ist: Ne Menge Hispanics hocken bei mir im Spanischanfängerkurs - haben alle Vorkenntnisse. Aber ich bin so stolz auf mich. Hab mein erstes A+ (1) in Spanisch kassiert, auf die Hausaufgabe!

Heute war Senior Picture Day, heißt, die Seniors, zu denen ich ja gehöre, mussten Fotos für die School-ID und das Yearbook machen. Mit Hut in der Hand und Gown (siehe Foto, ist aber nicht von mir & die Farmington Gowns sind weiß für die Mädchen und grün für die Kerle)

wurden wir dann für's Foto gestylt. Ja, und diese Bilder sind dann im Yearbook zu sehen, egal ob man die Graduation besteht oder nicht. Aber laut Expertenmeinung (Schüler^^) besteht die eh jeder.
Hab heute übrigens ne süße Frage gekriegt:
Talon (ein Kerl aus meiner English class): Do you have cell phones in Germany?
ich: "Yes, of course, we do have cell phones in Germany."
Talon: "Are those the large ones?" (hat mit der Hand ne Antenne angedeutet)
ich: "No, we actually have the same phones like you have, like iPhones or Motorola or Nokia. Just the sidekicks aren't so popular."

Musste aber echt lachen. Grad so, als ob Deutschland hinterm Mond wäre. Mit Drinking Age sind wir den USA aber weit voraus. Die haben hier, wie jeder weiß, 21 und nehmen das echt ernst. Sogar in Nobelrestaurants und in Familienbegleitung fragen sie nach dem Ausweis (Catherine, Schwester von Emily, 21). Also jedem das seine!

Zu viel geschrieben für heute. Nächstes Mal gibts wieder mehr Bilder, vom letzten Walmarteinkauf! Freut euch drauf!

Grüße an alle, Lina

Freitag, 14. August 2009

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Also diesmal bin ich eindeutig zu faul, mir einen Titel für meinen Blog auszudenken. Wem einer einfällt, der kann ihn mir gern sagen, aber ich bin grad total unkreativ.

Hier war viel los.

Vorgestern waren wir in Durango, Colorado - 1 Stunde von Farmington entfernt und wir haben dort eine Freundin von Emily getroffen und hatten Lunch. Danach haben wir noch ein bisschen die Stadt erkundet, Durango ist viel kleiner als Farmington, aber dafür dreimal so teuer. Natalie, Hannah und Garrett wollten unbedingt noch in einem Süßigkeitenladen vorbeigucken, und ganz ehrlich, so was hab ich noch nie gesehen. Neben den in Deutschland undenkbaren (Merkel-Gummibärchen?) McCain-Peppermint-Drops (1/2 Jahr nach der Präsidentschaftswahl???) gab es eine unvorstellbar große M&M-Ecke mit M&M-Automaten in Kaugummiautomaten-Größe und in allen möglichen Farben (nicht nur in den Standardfarben wie rot, blau etc., sondern auch pink & türkis).



Am nächsten Tag bin ich dann wieder nach Durango, dieses Mal haben wir uns mit den anderen Austauschschülern zum Wildwasser-Rafting. Wobei Wildwasser in dieses Fall übertrieben ist, denn meistens war das Wasser nicht über einem Meter tief und so ruhig, dass wir ordentlich rudern mussten. Leider war das Schlauchboot nur für 2 Leute konzipiert, 4 hatten aber darin Platz und wir hatten zusätzlich 2 Inner Tubes, aber eine Person musste immer schwimmen bzw. gehen. Nach 3 Stunden sind wir dann wieder in Durango angekommen, mit nassen Klamotten - denn bei den vielen Algen wollte niemand wirklich im Bikini schwimmen gehen.
Leider konnte ich die Kamera nicht mit ins Boot nehmen, da alles nass geworden wäre, aber auf der Hinfahrt nach Durango hab ich ein Bild gemacht. Colorado ist schon kurz nach der Grenze viel grüner als New Mexico.



Wir sind dann mit den Gasteltern von Marius (Norwegen) und Tobias (Schweiz) heimgefahren. Am Abend ist Emilys Schwester Catherine, die gerade Semesterferien hat, aus Texas angereist und wir haben Borat geschaut. War ziemlich lustig, auch wenn ich überrascht war, dass Amerikaner den Film mögen.

Heute war also mein & Garretts großer Tag. Ich hatte heute meinen ersten Schultag. Besser gesagt, ich hab die ersten Lehrer getroffen und mich über das Schulzeug erkundigt. Außerdem glaube ich, dass ich meine Classes tauschen werde, da ich auf Annikens (Austauschschülerin aus Norwegen) Stundenplan Fashion Design entdeckt habe und das tausch ich, sofern es geht, mit Aerobic, da ich ja Emilys Pilates-Kurse besuchen kann.

Nach der Schule sind wir dann zu so einem Hüpfburg-Funpark gefahren, wo Garrett seinen 9. Geburtstag gefeiert hat. Es hat ihm ziemlich gut gefallen. Morgen gehen er und ich sein kleines Geschenk kaufen, weil ich nicht genau gewusst hab, welches Funkey (Sammelfiguren) er wollte und er darf sich morgen eins für 5$ bei Walmart oder Target aussuchen.

Jetzt fahren wir wieder nach Durango, dieses Mal zu Garretts Birthday-Dinner in ein Restaurant namens East by Southwest und wir werden da Sushi essen. Ich freu mich!

Machts gut, Lina

Montag, 10. August 2009

Classes.

War heute in der Schule und hab meine Fächer für dieses Jahr gewählt. Und jetzt mach ich euch alle mal neidisch, indem ich meine tollen Classes für dieses Jahr aufzähle:

1. Aerobics/PE - Mrs Dominguez
2. College Prep Math - Mrs Rielley
3. US History/Geography - Mr Arellano
4. LUNCH
5. Journalism/Communication Skills - Mrs Hastings
6. English 12 - Mrs Calder
7. Spanish 1 - Mrs Binion-Jiminez

Was ich nach der Schule mache, weiß ich noch nicht. Vielleicht Yearbook.
Außer College Prep Math bin ich mehr als zufrieden mit dem ganzen Zeug. (:

Außerdem war ich heute noch in der Mall. Ziemlich krass, man bekommt Roxy Jeans Shorts für 25$, in Deutschland wären die bei 60€. Klar, dass ich zugeschlagen habe!